Melanin schützt die Haut vor der Sonne

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Heute geht es um ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. In meiner Zeit in der Dermatologie habe ich sehr viele Fälle von weißem Hautkrebs (Basaliome) bei älteren Menschen auf den sonnenexponierten Stellen der Haut (Gesicht, besonders Nase, Stirn oder Handrücken) gesehen. Daher halte ich es für wichtig, die Haut optimal vor der Sonne zu schützen – auch wenn es bewölkt ist. Denn die UV–Stahlen sind nicht nur da, wenn die Sonne scheint. Um das Thema in seiner Tiefe zu verstehen, schauen wir uns kurz den Aufbau unser Haut an.

Sonnenschutz ist nicht zu vernachlässigen

Sonnenschutz ist nicht zu vernachlässigen

Unsere Haut lässt sich grob in drei Hautschichten einteilen.

  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Dermis)
  • Unterhautfettgewebe (Subcutis)

Die ersten beiden Hautschichten bezeichnet man auch als Cutis. Insgesamt wiegt sie etwa drei bis vier Kilogramm und ist ca. drei bis fünf Millimeter dick. Eingebettet sind unsere Hautanhangsgebilde wie zum Beispiel Drüsen, Haare und Nägel.

Außerdem durchziehen Blut- und Lymphgefäße, Nervenfasern, Rezeptoren für Wärme und Berührung die Haut.

Die Oberhaut dient dem Körper als äußere Barriere zur Umwelt. Sie besteht aus in mehreren Schichten überlagerten Hornzellen (Korneozyten). Die Hornzellen entwickeln sich aus den Basalzellen und liegen in der untersten Zellschicht der Oberhaut (Epidermis). Dabei wandern die Zellen langsam von innen nach außen und verändern durch Verhornung ständig ihre Form und Funktion. Dieser Prozess dauert ca. 28 Tage.

Diese drei Zellarten befinden sich ebenfalls in der Epidermis:

  • Die Melanozyten versorgen die Hornzellen mit dem Farbstoff Melanin.
  • Merkelzellen (Mechanorezeptoren) vermitteln Berührungsreize an das Gehirn.
  • Langerhans-Zellen können die Immunreaktion in Gang bringen und spielen zum Beispiel bei einem Kontaktekzem eine wichtige Rolle.

Melanin schützt die Haut vor der Sonne

Melanin ist bei Menschen für die Färbung von Haut, Aderhaut und Haaren verantwortlich. Der schwarz-braune oder rötliche Farbstoff wird im Sonnenlicht verstärkt gebildet. Rothaarige Personen enthalten mehr Phaeomelanin, eine gelblich–rötliche Variante des Melanins. Bevölkerungsgruppen mit einem hohen Eumelaninanteil erkranken seltener an sonneninduziertem Hautkrebs.

Das Melanin wandelt mehr als 99,9 Prozent der Strahlungsenergie in harmlose Wärme um und verhindert somit Schäden am Erbmaterial der Hautzellen. Dies geschieht durch ultraschnelle innere Umwandlung vom elektronisch angeregten Zustand in vibrierende Moleküle. So verkürzt sich die Lebensdauer, was verhindert, dass sich freie Radikale bilden. Der angeregte Zustand des Melanins ist sehr kurzlebig, und bietet deshalb einen richtig guten Lichtschutz.

Je weniger Melanin Dein Körper bildet, desto empfindlicher bist Du. Helle Hauttypen besitzen generell weniger Melanin als dunklere und müssen sich daher besonders um einen effektiven Sonnenschutz kümmern. Das gilt auch für das gelaserte Areal, da dort der natürliche Schutz durch das hauteigene Melanin nicht mehr im vollen Umfang gegeben ist. Als Folge daraus können Hyper-oder Hypopigmentierungen entstehen.

Melanin sorgt für Farbe in Deinem Leben. Es macht Dich zu einem Individuum, da es Dir Hautfarbe, Haarfarbe und Augenfarbton schenkt, den sonst keiner hat. Damit sich die Melaninproduktion in Deinem Körper nicht verselbstständigt und Hautkrankheiten verursachen, solltest Du Deiner Haut die nötige Aufmerksamkeit schenken und Wert auf den richtigen Sonnenschutz legen.

Autorin: Heidi Riebel
deinheilpraktiker.berlin

Quellen:
http://www.vitanet.de/haut-hautpflege/haut/aufbau
https://de.wikipedia.org/wiki/Melanine

 

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