Zurück in die Zukunft: Tattoos 2020

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Es gibt sie wieder. Die Tattoos, gegen die kein natürliches Kraut gewachsen ist. Doch sind das denn überhaupt noch Tattoos? Da wandert Farbe über den Körper, verformt sich zu unterschiedlichen Motiven, an anderer Stelle blinkt es und vibriert manchmal sogar. Unendliche Möglichkeiten für Tattookünstler, schwarze Magie oder doch einfach ‚nur“ moderne Technik aus der Zukunft?

Wie schnell aus Science-Fiction Wirklichkeit werden kann, zeigen nicht nur Filme wie Minority Report, in dem Tom Cruise Bilder, Dokumente und andere Daten durch Gesten über Bildschirme bzw. Flächen schiebt. Diese Form der Gestensteuerung gibt es mittlerweile dank Kinect nicht nur für Spielekonsolen, auch für Computer steht die Technik kurz vor dem Durchbruch auf dem Massenmarkt. Und so könnte auch das blinkende „Tattoo“, das sich im Film “In Time – Deine Zeit läuft ab” unter der Haut von Justin Timberlake verbirgt, bald Wirklichkeit sein, zumindest von technologischer Seite.

Biegsame LED-Tattoos

Eine neue Entwicklung bei Trägermaterialien macht es möglich, Leuchtdioden (LED) auf so biegsamem und wasserfestem Untergrund aufzubringen, dass sie tatsächlich unter die Haut eingebracht werden könnten. Im Film “In Time” zeigt die Uhr allerdings an, wie viel Lebenszeit in Tagen, Stunden, Minuten dem Mensch noch bleibt und wie viel er arbeiten muss, um seinen Stundenvorrat aufzustocken. Eine ziemlich ungemütliche Zukunftsvision. Die Wissenschaftler, die in Amerika an LED-Tattoos arbeiten, verfolgen natürlich andere Ziele mit ihren Forschungen. Ihr Ziel ist es, mit dieser Technologie kleine Bildschirme unter der Haut herzustellen, die relevante medizinische Daten sichtbar machen könnten. Sie könnten beispielsweise den Blutzuckerspiegel anzeigen, oder auch als Kontrolpanel für Hand- oder Fußprothesen dienen. Aber auch als wandelnde Tattoo-Flächen ließen sich diese ultraflexiblen LED-Träger einsetzen: von Tag zu Tag könnte man so Design und genaue Stelle der Tätowierung ändern, und wenn eine wichtige Besprechung im Büro ansteht, dann blieben die LED-Tattoos einfach aus.

Magnetische Tätowier-Tinte?

Aber wer lässt sich für diesen extremen Schritt der Body-Modification schon Elektronik unter der Haut anbringen? Eine andere Forschungsrichtung experimentiert mit der Zusammensetzung der Tätowier-Farbe. Nokia hat eine magnetische Spezialtinte entwickelt, die Vibrationen an den Körper weiterleitet, wenn das Handy klingelt oder ein Termin ansteht. Sogenannte Ferrofluide, magnetische Flüssigkeiten, ermöglichen diese Leitungsfähigkeit der Tinte. Klingt verrückt und ist es auch, denn: diese Tattoos funktionieren mit Magneten, weshalb völlig unklar ist, wie z.B. Sicherheitskontrollen am Flughafen reagieren würden. Ganz davon abgesehen, dass die Handys, die mit den Tattoos funktionieren erst noch entwickelt werden müssten. Die finnische Firma hat jedoch weitergedacht und sich auch ein Material für Klebetattoos patentieren lassen. Wenn also Gefahr besteht, das Handy nicht zu hören, klebt man sich das vibrierende Tattoo auf und verpasst so auch beim größten Lärm keinen Anruf mehr.

Tattooentfernung mit einem Klick

Die Tattooentfernung ist in diesem Fall natürlich simpel: einfach abziehen und weg ist es. Wer sich ein Tattoo mit magnetischer Tinte stechen lässt, bei dem sieht das schon anders aus. Hier muss die Tinte zum Stechen erst stark erhitzt werden (entmagnetisiert), damit die Tätowiernadel funktioniert. Ob es zur Entfernung des Tattoos nötig ist, auch erst die magnetische Aufladung umzukehren, ist unklar. Bei all den offenen Fragen rund um die Tattoos der Zukunft ist es beruhigend, dass diese Technologien für die meisten noch immer in weiter Ferne liegen. Denn wer sein ganz normales mit Tinte gestochenes Tattoo verschwinden lassen möchte, kann das zwar noch nicht auf Knopfdruck, aber dank der Lasertechnologie schmerzwarm, effizient und narbenfrei beim Spezialisten.

Bild: (c) Spacemanbob/flickr (CC BY-ND 2.0-Lizenz)

3 Kommentare

  1. Mareike sagt:

    Das ist schon wirklich verrückt. Wo soll das noch hinführen? Leuchtdioden unter der Haut finde ich eine gruselige Vorstellung. Obwohl es erinnert mich an die 80ér wo die neonfarbenen Schnürsenkel so modern waren 😉 Ich finde es geht immer mehr in die Richtung des “gläsernen Menschen” und hat nur noch wenig mit Mode oder Lifestyle zu tun.

  2. Frau Zukunft sagt:

    Also ich habe den Film “In Time” gesehen und habe sofort nach den ersten Szenen gesagt, dass das die Zukunft sein wird. Vom Thema mal ganz abgesehen..
    Als Kosmetikerin bin ich ein wenig zwiegespalten was Tattoos betrifft. Ich erkenne die Kunst und bewundere sie auch, nur mache ich mir Gedanken über die Zusammensetzung der Farben und wie sie auf den Organismus wirken. Wenn ich nun von der Zukunft lese, dann wird mir ein wenig bange. Es gibt doch keine oder wenig Erkenntnisse über Spätfolgen von z.B. fluoriszierenden Farben, die heute schon teilweise benutzt werden. Wie beeinflussen magnetische Farben den Körper?
    Ich hoffe, die Zukunft lässt noch auf sich warten..!!

  3. Jens sagt:

    Passend dazu ein Artikel der sich mit Thema elektromagnetische Tattoos beschäftigt. http://galaxy-vergleich.de/news/elektromagnetisches-tattoo-vibration-bei-anruf/

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