Zeig mir dein Tattoo, verrat mir wer du bist

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Kirschblüte-by-mytat_2s auf flickr cc by 2.0

Tattoos und ihre vielfältigen Bedeutungen. Vom Beginn des Tattoobooms in Europa bis hin zu aktuellen Modetrends: Anker und Kreuz, Tribal und japanische Drachen. tattoolos hat genau hingeguckt.

Es ist ein beliebter Zeitvertreib vieler Menschen, gerade wenn sie neue Leute kennenlernen: das „Zeig mir dein Auto, dein Haus, deine Likes, deine Haustiere oder deinen Körperschmuck, und ich sag dir, wer du bist“-Spiel. Gerade bei Tätowierungen bietet sich diese küchenpsychologische Unterhaltung an, geht es doch meist um sehr persönliche Verbindungen von Tattoo und Träger. Doch wie individuell sind Tattoos nun wirklich? Und welchen Traditionen folgen beliebte Tattoomotive?

Seefahrer-Motive

Anker, Herzen und schöne Frauen, das sind Motive, die schon von Matrosen gerne auf der Haut getragen wurden, also von denjenigen, die Tätowierungen mit nach Europa brachten. Die Rockabilly-Bewegung machte viele dieser klassischen Tattoo-Bilder wieder populär. Bei ihnen waren die Tattoos Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls; wer früher tätowiert war galt als gesellschaftlicher Außenseiter. Heutzutage dienen diese Motive oft „nur“ noch als modische Accessoires, manche verbinden noch ein gewisses eher romantisches Rebellentum und Freiheitswillen mit ihnen.

Tribals – zurück in die Südsee

Tribals wurden spätestens nach George Clooneys Armtattoo in „From Dusk Til Dawn“ populär. Sie stammen eigentlich aus der polynesischen Kultur. Dort haben sie spirituelle Bedeutung, während sie im europäischen Raum eine Weile ein Modetrend waren. Anfang der neunziger Jahre waren insbesondere Tribals als „Arschgeweih“ bei Frauen sehr beliebt. Am Arm sind die eher großflächigen Strukturen Zierwerk für harte Jungs.

Blumen und Sterne

Ob Kirschblüten, Rosen oder Lilien: Blumen gelten als weibliches Tattoomotiv. Während Kirschblüten Vergänglichkeit bedeuten können, sind Rosen ein Symbol der Liebe. Besonders rote Rosen stehen für Liebe und Leidenschaft, andersfarbige haben andere Bedeutungsnuancen. Dann hängt es davon ab, ob die Rose Dornen hat oder nicht, wie positiv die Blume tatsächlich ist. Manche verbinden mit ihren Blüten eigene Bedeutungen, doch oft haben florale Motive rein ästhetische Gründe. Sterne waren erst ein Kleidungsmotiv und dann ein Tattoobild. Führt man das Bild aber auf die nautische Tattootradition zurück, so steht der Stern für Orientierung.

Schmetterlinge und Vögel

Der Schmetterling verkörpert mit seinem Weg von der (hässlichen) Raupe zum schillernden und schönen Insekt den steten Wandel und in gewisser Weise auch die Geschichte vom schönen Kern, der erst entdeckt werden muss. Ein eher filigranes Motiv, das auf Handrücken, im Nacken oder auch am Fußgelenk vermehrt auftaucht, wie auch viele Vogelbilder. Besonders beliebt sind Schwalben, die auch aus der Seemanns-Tradition abgeleitet werden können und dort als Liebesbotschafter gelten.

Asiatische Tattootradition

Tiger und Drachen oder Schlangen, die sich oft in mehreren Farben den kompletten Arm oder den Rücken hinunterziehen sind typische Motive der asiatischen Tattookunst. Die Tiere stehen dort für Stärke, für Dominanz aber auch fürs Beschützen. Fliegende Drachen gelten als Symbol der Freiheit. Zwar sind Tattoos in Japan immer noch Mafia-Insignien, doch die Kunstfertigkeit und Farbigkeit der oft großflächigen Tätowierungen haben in Europa mittlerweile viele Anhänger gefunden.

Zitate und Wortkunst

Wer sich Zitate auf die Haut stechen lässt, dem geht es meist um zwei Dinge: der Welt zeigen, was man glaubt bzw. wozu man steht, aber auch sich selbst Tag für Tag daran erinnern, was das Leben für einen lebenswert macht. Gewissermaßen eine Selbstversicherung und eine deutliche Anzeige nach außen, wer man ist. Namen von Partnern sind auch beliebte Tattoomotive. Leider gehören sie auch zu denjenigen, die oft entfernt werden müssen – oder in Cover Up Sessions für Veränderungen aufbereitet werden. Denn so sehr man sich wünschen mag, dass Tattoos die Liebe für immer festhalten, es klappt leider nicht immer. Zum Glück lässt sich mit der Laserbehandlung heutzutage praktisch jedes Tattoo schmerzarm und hautschonend entfernen.

 

Bild: mytat_2s auf flickr, cc by 2.0-Lizenz

2 Kommentare

  1. Robert sagt:

    was meint ihr mit Cover Up Sessions? ich hab gehört, man kann nach einer Entfernung kein Tattoo mehr stechen lassen kann, weil die Haut die Farbe gar nicht mehr annimmt…??

  2. Markus sagt:

    Hallo Robert, danke für deinen Kommentar. Viele Kunden lassen sich ihr Tattoo aufhellen bevor sie sich ein neues Tattoo stechen lassen. Ein Cover Up lässt sich viel leichter machen wenn das alte Tattoo etwas verblasst ist. Dan kann der Tattookünstler auch leichter arbeiten und das neue Motiv muss nicht so dunkel und groß sein. Wichtig ist nur der zeitliche Abstand zwischen Laserbehandlung und dem tätowieren. Unserer Lasertherpeuten beraten dich gerne umfangreich und kostenlos. Einige Infos zum Thema Cover Up findest du auch hier auf unserem Blog: http://www.tattoolos.com/cover-up-tattoo-aufbereitung-aus-alt-mach-neu

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