Tattoos und Individualität

, (0 Kommentare)

Tattoo - JD Photography on flickr CC By 2.0 LizenzKörperschmuck wurde von jeher dazu benutzt, die eigene Attraktivität zu steigern. Um zu beeindrucken, Partner zu finden oder um anzuzeigen, was man alles hat und kann: Männer wie Frauen bedienen sich gerne unterschiedlicher Hilfsmittel um sich ins bestmögliche Licht zu rücken. Was als Schmuck angesehen wird, hängt dabei vom kulturellen Hintergrund wie auch von der Zeit ab – Schönheitsideale ändern sich bekanntlich. Auch Tattoos können vom Wunsch des Menschen herrühren, sich selbst zu verschönern. Doch nicht nur das. Der Aspekt der Selbstgestaltung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle beim Weg des Tattoos aus der Untergrund-Kultur in die Mitte der Gesellschaft.

Wer bin ich?

Diese existenzielle Frage können die wenigstens auf Anhieb tiefgründiger beantworten. Wie praktisch, wenn man schon nach außen zeigen kann, wer man ist – und was man hat. Frisur, Kleidungsstil, Accessoires und natürlich das körperliche Aussehen an sich machen Eindruck, im Positiven wie Negativen. Ein Phänomen, von dem Kosmetik-, Mode- und Fitness-Industrie schon lange profitieren. Diese gestalterischen Mittel beeindrucken auch, weil sie zeigen, dass man an sich selbst arbeitet; Menschen, die sich stylen verfolgen ein Idealbild von sich selbst, sie disziplinieren sich und scheuen meist keine Anstrengung, um über ihren „natürlichen“ Zustand hinwegzukommen. Spätestens seit den neunziger Jahren kommen nun auch mehr und mehr Tattoos als individuelles Ausdrucksmittel hinzu. Was als Kennzeichen gesellschaftlicher Außenseiter begann – wer tätowiert war saß entweder im Knast oder gehörte besonderen Randgruppen an, wurde immer beliebter. Während manche möglichst kunstvolle Wege im Tattoo-Design gehen und so originelle Bildmotive wie möglich wählen, nutzen andere Tätowierungen für inhaltlich-individuelle Statements. Die Geburtsstunde des Kindes auf dem Handgelenk wie beim Fußballer Lukas Podolski, der Längen- bzw. Breitengrad des Geburtsorts von Angelina Jolies Kindern auf der Schulter oder das Lieblingszitat von Shakespeare auf dem Rücken wie bei Schauspielerin Megan Fox: der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt.

Ich bin viele?

Momentan geht der Trend zu körperlichen Gesamtkunstwerken. Über die Jahre geht man dann immer wieder zum Tattookünstler und verwandelt den eigenen Körper nach und nach in eine Leinwand. Das kann einerseits an einem gewissen Suchtfaktor von Tattoos liegen, andererseits hat es aber vermutlich auch damit zu tun, dass Tattoos an ihrer individuellen Ausdruckskraft verlieren, je mehr Menschen sich tätowieren lassen – die Kehrseite wenn ein Nischenphänomen zum Mainstream wird. Nicht von ungefähr kommt daher auch der Trend bei Mitte 30jährigen oder sogar noch Jüngeren, sich wieder von ihren Tattoos zu trennen. Glücklicherweise geht das heutzutage mit einer professionellen Laserentfernung effizient, schmerzarm und dauerhaft.

Individuell tattoolos

Eine Tattooentfernung sollte aber, wie das Tattoo auch, nur von Experten durchgeführt werden. Nicht nur hygienische Bedingungen gilt es zu beachten, auch die Ausbildung des Tattooentferners, seine Erfahrung – wie oft arbeitet er tatsächlich mit diesen speziellen Lasern? – sowie individuelle Beratungen und Angebote sollten mit bedacht werden, wenn man sich Tattoos entfernen lässt. Grundsätzlich gilt: nur die Entfernung mit Laser funktioniert wirklich und das narbenfrei. Operationen hinterlassen Narben, Salben und ähnliche angebliche Wundermittel führen oft zu Entzündungen und Schmerzen ohne Tattoos wirklich entfernen zu können.

Bild jd | photography on flickr CC BY 2.0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.