Tattoos – ein Gesundheitsrisiko?

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Tattoos erfreuen sich auch 2012 größter Beliebtheit in Deutschland. Ungefähr zehn bis elf Prozent der Deutschen sind tätowiert, viele überlegen, sich tätowieren zu lassen. Das einstige Zeichen von Randgruppen ist in der Mitte der Gesellschaft angelangt. Wissenschaftler vermuten jedoch schon lange, dass gewisse gesundheitliche Risiken mit Tätowierungen einher gehen können; Gesundheitsrisiken, die sogar eine äußerst unangenehme operative Tattooentfernung nötig machen. Nun hat Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner angekündigt, Inhaltsstoffe von Tattoo-Farben erneut prüfen zu lassen und das Bundesinstitut für Risikobewertung beauftragt, wissenschaftliche Standards zu erarbeiten. Vergangene Woche tagte bereits der Bundesrat über eine Verschärfung der Tätowiermittel-Verordnung. Doch was ist so riskant an Tattoo-Farben und wie gefährlich sind sie wirklich?

Gesundheitsrisiko Tattoo-Farbe: Allergien

Das große Problem an Tattoo-Farben ist, dass viele ihrer Inhaltsstoffe immer noch nicht bekannt sind. Meist handelt es sich bei ihren Bestandteilen um Abfallprodukte der Industrie, die nie dazu gedacht waren, in den Menschen injiziert zu werden. Von Schwarz weiß man beispielsweise, dass es zu großen Teilen aus Russpartikeln besteht, doch auch in anderen Farben sind Zutaten beigemischt, die eigentlich für Autolacke gedacht sind. Eine besonders allergene Substanz ist der Zusatzstoff Paraphenylendiamin, einer Chemikalie, die die Farbe dunkel tönt und Bestandteil vieler Tattoo-Farben ist. Diese Chemikalie wird eigentlich zum Färben von Textilien, Lederwaren und für Haarfärbemittel genutzt. Allergische Reaktionen sind daher auch eine weit verbreitete Folge von Tattoos. So ergab die bislang größte Umfrage unter Tätowierten, initiiert und ausgewertet von der Universität in Regensburg, dass sehr viele sofort oder auch erst Jahre später mit Allergien zu kämpfen haben. Die Farbe wird vom Körper abgestoßen und löst eine überempfindliche Reaktion der Haut aus. Symptome können zum Beispiel Juckreiz, Schwellungen oder nässende Stellen sein. Bei Tätowierungen können sogar chronische Entzündungen auftreten und dann muss das Tattoo operativ entfernt werden, wie der Dermatologe Ingo Haase von der Uniklinik Köln erklärt. Operiert werden muss auch, wenn sich Geschwulste rund um die Tattoo-Farbpigmente bilden – eine weitere mögliche Folge allergischer Reaktionen.

Gesundheitsrisiko Tattoo – Hautkrebs und Hygiene

Noch nicht eindeutig belegt ist ein möglicher Zusammenhang zwischen Tattoos und einem erhöhten Hautkrebs-Risiko. Viele Forscher vermuten ihn, doch bislang fehlt es an Langzeitstudien, die diesen Verdacht wissenschaftlich belegen könnten. Auch das Wandern von Tattoo-Farbpigmenten im Körper und die Auswirkungen sind noch nicht hinreichend untersucht. Ein weiteres Gesundheitsrisiko stellt die Infektionsgefahr beim Tätowieren selbst dar. Die Tätowiernadel fügt der Haut Wunden zu durch die Bakterien oder Pilze in den Körper eindringen können und Entzündungen verursachen. Bei der Wahl des Tattoostudios sollte man daher unbedingt auf die hygienischen Zustände achten, bevor es zu Entzündungen kommt, die eine operative Tattooentfernung erzwingen!

Tattooentfernung und Hygiene

Denn nur die Tattooentfernung mit Laser ist schmerzarm und narbenfrei. Allerdings sollte man sich auch hier erst von den einwandfreien hygienischen Bedingungen des gewählten Studios überzeugen. Am besten ist es nach einem Zertifikat des Deutschen Hygiene-Instituts Ausschau zu halten. Ein weiteres Qualitätsmerkmal für ein Tattooentfernungsstudio ist die ausführliche und kostenlose Beratung durch die Experten. Tattoo-Künstler sind übrigens nicht unbedingt die richtigen, wenn es darum geht, die Tätowierung oder auch das Permanent Make-up wieder zu entfernen! Nur entsprechend geschulte Spezialisten sollten die Tattooentfernung mit Laser durchführen. tattoolos berät sie gerne.

9 Kommentare

  1. Kirsty sagt:

    ich dachte eigentlich immer das die Tätowiermittelverordnung dafür sorgt das die Farben “clean” sind. Das dort u.a. auch Chemikalien zum Färben von Klamotten drin sind ist echt heftig. Warum gibt es eigentlich noch keine “BIO” Farben? Für alles andere gibt es inzwischen BIo ?! Warum nicht auch für Tattoo Farben ? Das wäre doch mal ein Markt.

    • Thomas Batsch sagt:

      Kristy, die Tätowiermittelverordnung gibt es erst seit Kurzem. Dass sich alle Tätowierer daran halten kann man nur wünschen. Neuere Farben sind genauso wenig darin enthalten, wie die Farben vor der Beginn der Gültigkeit der Verordnung, insofern ist die Verordnung derzeit ein ziemlich zahnloser Tiger. Neben der oben aus meiner Sicht etwas zu positiv dargestellten “Schmerzarmut und Narbenfreiheit” entfernt Laser einige Farben nicht oder nur sehr schlecht. Es bleibt festzuhalten, dass eine gelungene Tattooentfernung mit oder ohne Laser gelingen kann aber nicht muss. Zwar sind qualifizierte Entfernungsstudios immer die erste Wahl aber auch keine 100% ige Garantie.

    • tattoolos® sagt:

      Auch wenn der Laser die effektivste und sicherste Form der Tattooentfernung ist so muss ich Thomas recht geben. Eine 100% Garantie gibt es nicht. Zwar ist die heutige Technik schon sehr weit das mit verschiedenen Lasern und Wellenlängen nahezu alle Tattoofarben entfernt werden können aber eine erfolgreiche Tattooentfernung hängt immer von mehrere Faktoren ab. Hierzu zählt z.B. die eingebrachte Farbe, Stichtiefe, Farbmenge etc. Mit einer vollständigen Entfernungs-Quote von ca. 85% liegen wir sehr gut. Aber eine Garantie können auch wir nicht geben. Wir haben gerade einen interessanten Film bei FB gepostet wie die Entfernung ohne Laser ausgehen kann: https://www.facebook.com/tattoolos

      In Amerika wurde jetzt eine spezielle Tattoofarbe entwickelt die sehr verträglich ist und garantiert nach 3 Laserbehandlungen weg ist. Leider sind diese Pigmente noch nicht zugelassen in Deutschland.

      Viele Grüße
      Markus

  2. Steffi sagt:

    bei BIO befürchte ich allerdings immer, dass da doch nur Chemie drin ist. Ich hab schon miterlebt, dass sogenannte BIO Tattoos aus den 90erJahren total schwer zu entfernen sind, weil da alles mögelich reingemischt wurde. Eigentlich sollten sich diese Tätowierungen von alleine auflösen, nach 3 Jahren, aber nix. Es hat auch seinen Grund, warum das gar nicht mehr angeboten wird.

    • tattoolos® sagt:

      Hi Steffi, unter Bio wird allgemein die Tiefe einer Tätowierung bezeichnet und weniger die Farbe. Bio oder sogenannte Temp- Tattoos sollen nur 3- 5 Jahre halten weil Sie nicht so “tief” gestochen wurden. Der Begriff Bio ist leider nur eine Bezeichnung aus dem Marketing. Die Epidermis erneuert sich ca. alle 30 Tage. Alles was nach 30 Tagen noch in der Haut ist kann als dauerhafte Tätowierung bezeichnet werden. Hierzu gibt es noch einen interessanten Artikel:

      http://www.tattoolos.com/es-gibt-nur-tattoo-oder-tattoolos-–-vorsicht-bei-biotattoos

  3. Zurück in die Zukunft: Tattoos 2020 | tattoolos - Tattooentfernung Berlin, Potsdam & Brandenburg sagt:

    […] unter der Haut anbringen? Eine andere Forschungsrichtung experimentiert mit der Zusammensetzung der Tätowier-Farbe. Nokia hat eine magnetische Spezialtinte entwickelt, die Vibrationen an den Körper weiterleitet, […]

  4. UV-Tattoos – ein harmloser Trend? | tattoolos® - Tattooentfernung via Laser - Ratgeber, News und Anwendungen sagt:

    […] ein UV-Tattoo stechen lässt, sollte man sich also noch mehr Gedanken darüber machen, ob man die gesundheitlichen Risiken eingehen möchte und ob man tatsächlich für immer in Nachtclubs leuchten […]

  5. Winterurlaub und Tattoos | tattoolos® - Tattooentfernung via Laser - Ratgeber, News und Anwendungen sagt:

    […] dort Hygiene- und Ausbildungsstandard der Tattoostudios? Wer überwacht die Herstellung der Tattoofarben? Den Farben werden immer wieder Autolacke und Metalle beigemischt, ein hohes Gesundheitsrisiko. […]

  6. UV-Tattoos – ein harmloserTrend? | tattoolos® - Tattooentfernung via Laser - Ratgeber, News und Anwendungen sagt:

    […] stechen lassen möchte, soll sich zweimal überlegen, ob er für immer in Clubs leuchten und die gesundheitlichen Risiken eingehen […]

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