Tattooentfernungscremes: Keine Alternative zur professionellen Tattooentfernung!

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Etwa 6,3 Millionen Deutsche tragen eine oder mehrere Tätowierungen auf der Haut – Tendenz steigend. Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem Jahr 2014 hat jedoch gezeigt, dass etwa jeder Zehnte die Entscheidung für den Körperschmuck früher oder später bereut. Je jünger der Tätowierte beim Stechen war, desto höher das Risiko, dass es ihm später nicht mehr gefällt. Die steigende Nachfrage nach Tattooentfernungen ruft aber auch Anbieter unseriöser und sogar gefährlicher Entfernungsmethoden auf den Plan, die die Not der Kunden ausnutzen. Eine dieser Methoden ist die Tattooentfernungscreme. Wir sagen dir, was wirklich dahinter steckt!

Was sind Tattooentfernungscremes?

Es gibt aktuell verschiedene Tattooentfernungscremes auf dem Markt – und es kommen immer wieder neue, angeblich bessere hinzu. Die Cremes werden direkt auf das tätowierte Hautareal aufgetragen, in der Regel über mehrere Wochen. Die Wirkungsweise ist dabei immer gleich: Die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers sollen durch die Inhaltsstoffe zusätzlich unterstützt werden, um die Tattoofarbe schneller von der Haut zu entfernen. Den Herstellern zufolge ist die Behandlung einfach, schmerzfrei und soll narbenfrei möglich sein. Doch gerade hier liegen die Risiken dieser Methode, die sich aus der Funktionsweise der Cremes ergeben.

Was genau passiert dabei im Körper beziehungsweise in der Haut?

In unserem Körper befinden sich die sogenannten Makrophagen, die auch als Fresszellen bezeichnet werden. Ihre eigentliche Aufgabe liegt darin, Fremdstoffe im Körper abzubauen und so der Entzündungshemmung zu dienen. Die Makrophagen bringen in diesem Zusammenhang die für den Körper als Fremdstoffe erkannten Stoffe in das Lymphatische System, das die Farbstoffe weiter zur Leber transportiert. Dort wird die Farbe weiter abgebaut und letztendlich ausgeschieden.

Werden nun beim Tätowieren Farben unter die Haut gestochen, werden auch diese von den Makrophagen als Fremdstoffe erkannt und über das Lymphsystem abgebaut. Jetzt kommt die Tattooentfernungscreme ins Spiel: Diese soll dazu führen, dass neue und vor allem mehr Makrophagen gebildet werden, die dann wiederum die alten Makrophagen, in denen noch Farbpigmente enthalten sind, auffressen.

Beim Tattoo entfernen mit einer Creme wird also das gesamte Immunsystem eingebunden, um die Farben des Tattoos abzubauen und über die Lymphe, die eigentlich der Krankheitsabwehr dient, aus dem Organismus zu entfernen. In der Realität funktioniert dies jedoch – man kann es sich denken – nicht so reibungslos wie gewünscht.

Mögliche Risiken einer Behandlung

Oberschenkel mit verblasstem Tattoo und geröteter HautEin wesentlicher Inhaltsstoff der Tattooentfernungscreme ist die chemische Substanz namens Trichloressigsäure. Diese wird von Dermatologen verwendet, um Akne-Narben, Warzen oder auch feine Fältchen zu entfernen. Allerdings wendet der Dermatologe diese Creme mit viel fachlichem Hintergrundwissen an und nutzt die Creme in einer genau auf den Patienten abgestimmten Dosierung. Bei der Anwendung der Tattooentfernungscreme kann es allerdings sein, dass sich die Haut aufgrund der vielleicht zu hohen Dosierung der Tattooentfernungscreme löst und sich in Schichten abziehen lässt. Das intensive Haut-Peeling wird immerhin über einen Zeitraum von mehreren Wochen angewandt. Die Entfernung der Farbpigmente erfolgt dabei praktisch über eine Schälung der Haut, was Narben beim Entfernen des Tattoos hervorrufen kann. Aufgrund der Intensität, mit der die Tattooentfernungscreme auf den Körper einwirkt, kann diese Methode zudem starke Schmerzen verursachen.

Mit welchen Ergebnissen ist bei einer Tattooentfernungscreme zu rechnen?

Auch hier halten die Cremes meist nicht das, was sie versprechen. Da die Tattooentfernungscreme den Körper aktiviert, die Farbpigmente zu fressen und über die Lymphe zu entsorgen, kann es sein, dass nicht alle Farben erfasst werden und dass somit das Tattoo auch weiterhin zumindest in Schatten sichtbar bleibt. Mögliche Tattooreste müssen dann zusätzlich beim Experten, z.B. per Lasertechnik, entfernt werden. Das größte Problem sind aber sicherlich die Narben, die mit großer Wahrscheinlichkeit zurückbleiben werden.

Sicher & narbenfrei – Tattooentfernung beim Profi

Laserbehandlung Tattooentfernung mit modernstem Laser

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte in jedem Fall in ein professionelles Studio gehen, um die Jugendsünde entfernen zu lassen. Die Tattooentfernung mit dem Laser ist dabei eine besonders sanfte Methode, die sehr gute und vor allem narbenfreie Ergebnisse bringt. Das Lasern hat sich damit als die verlässlichste Methode mit den wenigsten Nebenwirkungen bewährt und stellt deshalb den Status Quo bei der Tattooentfernung dar. Beim Tattoo weglasern in unseren Studios kommt modernste Laser-Technologie zum Einsatz, z.B. der besonders hautfreundliche und gütegeschaltete Nd:YAG-Laser, mit dem unerwünschte Hautveränderungen ausbleiben – und dafür traumhafte Ergebnisse erzielt werden können. Darüber hinaus gibt es auch verschiedenen Möglichkeiten zur Tattooentfernung ohne Laser. Diese können allerdings je nach Methode wiederum Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Von der eigenen Behandlung mit einer Tattooentfernungscreme ist aber auf jeden Fall abzuraten! Die Risiken sind groß und das Ergebnis ist vorher nicht absehbar. Zudem ist die Anwendung eine Belastung für den Organismus, da chemische Substanzen auf den Körper einwirken.

Titelbild – ©istockphoto.com/Tharakorn
Weitere Bildquellen – ©istockphoto.com/netris, ©tattoolos ®

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