Tattoentfernung in der Schwangerschaft?

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Immer wieder bekommen wir bei tattoolos Anfragen von werdenden Müttern mit ähnlichem Inhalt: das Tattoo gefällt mir nicht (mehr), können wir eine Laserbehandlung starten? Oder geht die Tattooentfernung erst wieder in der Stillzeit? Ist es gefährlich fürs Baby? Was muss ich als Mutter beachten?

Pregnancy - Tatiana VdB kit4na auf flickr unter CC BY 2.0 Lizenz

Viele Frauen sind sich unsicher, ob sie sich während Schwangerschaft und Stillzeit von ihren unliebsam gewordenen Tattoos trennen können. Wir möchten darum einige Fragen beantworten.

Behandelt tattoolos schwangere oder stillende Frauen?

Prinzipiell raten wir allen werdenden Müttern mit der Tattooentfernung bis nach der Stillzeit zu warten – obwohl die Tattooentfernung mit Laser die sanfteste Möglichkeit ist, sich wieder vom Tattoo zu trennen. Auch gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die eine Gefährdung von Embryo oder Baby durch die Tattooentfernung nahelegen. Dennoch empfehlen wir, zu warten und zwar aus folgenden Gründen: bei der Laserbehandlung wird der Körper beansprucht. Das behandelte Hautareal muss sich von Sitzung zu Sitzung regenerieren, das Immunsystem arbeitet verstärkt. Es kann zu Entzündungen kommen, die den Körper zusätzlich belasten. Hinzukommt, dass kleinste Partikel der Tattoofarbe nach der Laserbehandlung durch den Körper wandern. Das hängt mit der Entfernungsmethode und dem Abbau von Fremdkörpern zusammen:

Wie läuft eine Tattooentfernung ab?

Bei der Tattooentfernung mit Laser fährt der ausgebildete Therapeut das Tattoo Punkt für Punkt mit einem Laser nach. tattoolos setzt dabei auf modernste gütegeschaltete nd:YAG-Lasersysteme. Im Lasergerät bündelt ein nd:YAG-Kristall (ein neodym-dottierter Yttrium-Aluminium Granat-Kristall) Licht, bis es als hochenergetischer Impuls in einer auf die Farbe des Tattoos abgestimmten Wellenlänge auf die Haut trifft. Dadurch ist die Methode nahezu hundertprozentig narbenfrei und schonend für die Haut; der Laser geht ganz gezielt auf die Tattootinte. Die Energie des Lasers erhitzt die in der Haut eingelagerten Farbpigmente stark und versetzt sie in Schwingungen, bis sie nach und nach in kleinste Farbpartikelchen aufbrechen.

Wie baut der Körper die Farbe ab?

Diese winzigen Farbteilchen werden vom Immunsystem in Form der Makrophagen, den menschlichen Fresszellen, abtransportiert. Über die Blutbahn und das Lymphsystem gelangen die Tattoofarbreste dann in die Leber, Nieren und anderer Organe von wo sie teilweise verstoffwechselt und abgebaut werden. Die genauen Inhaltsstoffe der Tattoofarben sind oft nicht bekannt, eine einheitliche Verordnung zur Zusammensetzung von Tattootinte fehlt noch.

Wie lange dauert eine Tattooentfernung?

Je nach Größe einer Tätowierung dauert eine Sitzung beim Lasertherapeuten einige Minuten. Allerdings sollte man immer ein bisschen länger einplanen, um das Hautareal direkt nach der Behandlung noch etwas kühlen zu können. Bei jedem Termin wird versucht, das Tattoo einmal komplett mit dem Laser nachzufahren, damit möglichst viel Farbpigmente aufgebrochen werden. Neben der Größe ist auch die Empfindlichkeit der Haut hier ausschlaggebend, wie schnell das Tattoo verblasst. Zwischen den Terminen müssen immer mindestens vier Wochen liegen, besser sechs Wochen, damit sich die Haut wieder beruhigen kann. Dafür ist es kein Problem, eine Tattooentfernung über einen längeren Zeitraum ruhen zu lassen – zum Beispiel im Falle einer Schwangerschaft.

Bild: Kit4Na auf flickr unter CC BY 2.0 Lizenz

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