Olympia Tattoos: schneller, höher, stärker

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St Pancras Olympic Rings by Stephen McKay CC BY-SA 2.0

Am Freitag wurden die Sommerspiele von London mit einer großen, von Oscar-Gewinner Danny Boyle inszenierten Zeremonie durch Queen Elisabeth II. eröffnet und seitdem dominiert Olympia 2012 alle Medien. Für Sportler ist es der größte Traum, bei den Spielen dabei zu sein. Als Symbol für diesen Mythos tragen inzwischen viele Olympioniken die olympischen Ringe auf der Haut – doch für was steht Olympia eigentlich genau und wer ließ sich schon alles tätowieren?

Dabei sein ist alles – Olympia

Die olympischen Spiele haben eine sehr lange Geschichte. Zum ersten Mal fanden sie in den Jahren 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. in der griechischen Stadt Olympia statt. Als Sportler zugelassen waren damals nur Männer, die in mehreren Disziplinen – die Zahl wuchs über die Jahre – gegeneinander antraten. Laufen, Fünfkampf, Pferderennen oder Ringen waren einige der Wettkampfsarten. Für die Zeit der Spiele herrschte in ganz Griechenland Waffenruhe und den Athleten, die bereits 30 Tage vor Beginn ein Lager beziehen mussten, wurde sichere Anreise gewährt. In den kriegerischen Zeiten von damals wollte das etwas heißen! Die Tradition brach ab, als das griechische Reich im Niedergang begriffen war. Erst als im 19. Jahrhundert die Antike-Begeisterung durch Ausgrabungen neu einsetzte, wurde auch Olympia wiederbelebt. Die ersten olympischen Spiele der Neuzeit fanden auf Initiative von Pierre de Coubertin 1896 in Athen statt. Er prägte auch den Leitgedanken der Spiele, deren offizielles Motto “schneller, höher, stärker” (citius, altius, fortius) ist:

„Das Wichtigste an den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme, wie auch das Wichtigste im Leben nicht der Sieg, sondern das Streben nach einem Ziel ist. Das Wichtigste ist nicht, erobert zu haben, sondern gut gekämpft zu haben.” (zit. nach Wikipedia)

Pierre de Coubertin entwarf auch die olympischen Ringe, das bekannteste Symbol der Spiele. Sie stehen für die fünf Erdteile, die bei den Spielen zusammenkommen. Ineinander verschlungen sind sie, um die olympische Idee des Miteinanders zu illustrieren, ihre insgesamt sechs Farben (das Weiß des Hintergrunds wird mitgezählt) umfassen alle Nationalflaggen.

Tätowierte Olympioniken

Bei Sportlern ist es die Freude und der Stolz dabei zu sein, der sie zum Tätowierer gehen lässt, um sich die olympischen Ringe stechen zu lassen. Während Missy Franklin erst beim Medaillengewinn ins Tattoostudio will „Ich werde mir dann definitiv ein Tattoo stechen lassen“ (zit. nach Focus), ging der deutsche Europameister im Canadier (Slalom Kanu-Disziplin) Sideris Tasiadis sobald er sich qualifiziert hatte zum Tätowierer. Auf seinem linken Oberarm prangen jetzt fünf große bunte Ringe. Bei den meisten Sportlern sieht man ihr Olympia-Tattoo erst auf den zweiten Blick – und auch nur, wenn sie im Sportdress gekleidet sind. Bei Schwimmerinnen ist beispielsweise die Hüfte eine beliebte Tattoo-Stelle und zwar sowohl vorne als auch an der Seite. Auch manchen Lendenwirbelbereich und  Nacken wie z.B. den von Markus Rogan ziert das olympische Symbol. Andere versehen ihr Tattoo mit einem weiteren Kommentar, wie der Schwimmer Marco di Carli, auf dessen Fuß zusätzlich noch “Je ne regrette rien”, also “ich bereue nicht” prangt. Turn-Star Marcel Nguyen hat sich dagegen über die ganze Brust ein ganz eigenes Motto anbringen lassen. In schwer verschnörkelter Schrift steht nun „Pain is Temporary – Pride is Forever“.

Tattoos nach Olympia

Ob das Motto “dabei sein ist alles” auch noch nach Olympia gilt, dann, wenn es nicht geklappt hat mit dem Medaillenwunsch? Bei den meisten der genannten Sportler vermutlich schon, allen anderen steht dann auch noch die Möglichkeit der Tattooentfernung offen. Oder, sie machen es wie Hürdensprinterin Carolin Nytra; als sie bei der Leichtathletik Europameisterschaft in Barcelona 2010 Bronze gewann, wollte auch sie sich eigentlich die olympischen Ringe tätowieren lassen. Widerspruch ihrer Mutter und ihres Freundes führten dazu, dass sie sie jetzt in Form einer Kette um den Hals trägt statt auf der Haut. Die lässt sich einfach wieder abnehmen – für die Tattooentfernung sollte man dagegen zum Experten und muss ein bisschen Zeit investieren. Dank Lasertechnologie ist sie aber schmerzarm, narbenfrei und effektiv möglich. Sollten Ryan Lochte, Missy Franklin (die mit der 4 x 100 m Staffel am Samstag bereits Bronze holte) oder Sideris Tasiadis also irgendwann wieder tattoolos werden wollen …

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