Milchsäure – Riskant zur Tattooentfernung

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Eine Schädigung der Gesundheit wird immer wahrscheinlicher.

Vorsicht bei schädlichen Methoden zur Tattooentfernung. Mit Milchsäure das Tattoo entfernen zu lassen, ist eine Lösung, die immer mal wieder als Wundermittel angepriesen wird, die aber vor allem als gesundheitlich riskant eingestuft wird. Seitens des „Bundesinstituts für Risikobewertung“ wird vor dieser Methode sogar ausdrücklich gewarnt! Die medizinische Lasertherapie bietet hingegen die erfolgreich erprobte Lösung sein Tattoo schonend, schmerzarm und narbenfrei wieder los zu werden.

Vor dem Verfahren ein Tattoo mit Hilfe von flüssigen Lösungen zu entfernen, die Milchsäure in hochkonzentrierter Form enthalten, wird ausdrücklich gewarnt. Die Rede ist von Flüssigkeiten, die eine Konzentration von 40 Prozent L(+)-Milchsäure enthalten. Um das Tattoo entfernen zu können, wird diese Lösung mit Hilfe einer Nadel in die Epidermis (Oberhaut) unter die Haut gespritzt. Angeblich soll der Körper die Farbpigmente dann auf ganz natürlich Art abstoßen, so verspricht es die Werbung. Diese Methode ist jedoch sehr umstritten und wurde daher vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) genauer auf das gesundheitliche Risiko hin überprüft.

Dabei kommt das Institut zu folgendem Ergebnis:  Der Einsatz von derartigen Mitteln zur Tattooentfernung  ist sehr wahrscheinlich mit sehr starken gesundheitlichen Risiken verbunden. Ausschlaggebend sind, wie bereits vermutet, der Anteil von 40 Prozent Milchsäure. Zum Vergleich: Bereits die Konzentration von 20 Prozent Milchsäure führt laut Aussage von Wissenschaftlern zu Reizungen an der Haut und den Schleimhäuten. Das Auge wird bereits bei einem Milchsäure-Anteil von 10 Prozent gefährdet, so die Annahme der Experten.

Als konkrete gesundheitliche Schädigung nennt das Institut für Risikobewertung schwere Entzündungsreaktionen der Haut, die mit Narbenbildung einhergehen. Diese werden, nach Angaben der Forscher, mit der Milchsäurebehandlung in Verbindung gebracht. Der Einwand, dass L(+) Milchsäure doch ein Produkt aus der Natur sei, ist zwar nicht falsch, nur darf man nicht vergessen, das auch die Natur über Giftstoffe verfügt.

Die L(+)-Milchsäure, die hier zur Tattooentfernung zum Einsatz kommen soll, gehört zur Gruppe der  α-Hydroxysäuren, die in der Tat auch in Pflanzen und Tieren vorkommen. L (+) Milchsäuren entstehen bei Abbauprozessen und durch Mikroorganismen des Magen-Darm-Traktes. Milchsäure wird sogar über die Nahrung aufgenommen. Doch kommt es wie so oft in der Natur auf die Dosis an, die bei der Nahrungsaufnahme verschwindend gering ist. Wenn Milchsäure allerdings mit einer Konzentration von  40 Prozent unter die Haut gespritzt wird, ist höchstwahrscheinlich mit entsprechenden Schädigungen der Gesundheit zu rechnen.

Um sein lästiges und unschönes Tattoo entfernen zu lassen, gibt es heute dank dem Fortschritt in der Medizintechnik eine weitaus bessere Methode: Wer sich eine effektive, schmerzarme und narbenfreie Tattooentfernung wünscht, entscheidet sich am Besten für die Lasertherapie mit einem sogenannten Nd:YAG Lasersystem. Wichtig ist, sich dabei nur erfahrenen und gut ausgebildeten Lasertherapeuten anzuvertrauen. Weiterhin sollte man auf den ausreichenden Hygienestandard achten, wie er vom Deutschen Institut für Hygiene empfohlen wird. Scheuen Sie sich nicht, einfach nach einem entsprechenden Nachweis für die Zertifizierung zu fragen. Seriöse Laserstudios erkennt man außerdem daran, dass Sie zunächst eine umfassende Beratung und eine Probebehandlung anbieten. Beides sollte natürlich vorab kostenlos und unverbindlich erfolgen.

Autor:Robert Schütz

Link: http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2011/26/risiken__die_unter_die_haut_gehen-115165.html

http://www.bfr.bund.de/cm/343/tattoo_entfernung_einsatz_waessriger_milchsaeure_ist_mit_gesundheitlichen_risiken_verbunden.pdf

5 Kommentare

  1. Fabian Gerber sagt:

    Gut zu wissen. Als Laie ist einem das gar nicht bewusst, dass ein vermeintlich natürliches Produkt, wie Milchsäure auch ein Giftstoff sein könnte. Man kann nur dankbar sein, für diesen erklärenden Hinweis, der auch dem NIchtmediziner sehr schön verdeutlicht, welche Gefahren lauern. Gleichzeitig liefert uns dieser Beitrag auch noch den nötigen konstruktiven Vorschlag, wie man sein Tattoo am Besten schmerzarm und auch noch narbenfrei los wird: Vielen Dank.

  2. Stephan Blegitz sagt:

    wow, hät ich nicht gedacht, dass so was giftig sein könnte. echt der Hammer.

  3. Eine kleine Geschichte der Tattooentfernung mit Laser | tattoolos - Tattooentfernung Berlin, Potsdam & Brandenburg sagt:

    […] teils abenteuerliche Mittel und Wege unliebsam gewordene Tattoos zu entfernen. Man denke nur an Milchsäurespritzen, Waterjet-Cuting, Dermabrasio (Abschleifen der Haut), Exzision (Ausschneiden) oder Diathermie […]

  4. Eine kleine Geschichte der Tattooentfernung mit Laser | tattoolos® - Tattooentfernung via Laser - Ratgeber, News und Anwendungen sagt:

    […] teils abenteuerlichen Mittel und Wege unliebsam gewordene Tattoos zu entfernen. Man denke nur an Milchsäurespritzen, Waterjet-Cuting, Dermabrasion (Abschleifen der Haut), Exzision (Ausschneiden) oder Diathermie […]

  5. wie werde ich mein Tattoo wieder los? | tattoolos® - Tattooentfernung via Laser - Ratgeber, News und Anwendungen sagt:

    […] damit der Körper die Tattootinte “ausblutet” (vgl. paradisi.de). Aber die Milchsäure- Behandlung gilt als äußerst gefährlich wie das Bundesamt für Risikobewertung bestätigt. Als sich zu […]

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