Microblading entfernen: Die häufigsten Fehler beim Microblading und wie du sie korrigieren kannst

Willkommen in unserem tattoolos Blog

Tattoolos Blog

Neuestes aus der Tattoolos Welt

24.Aug 2017 • Wissenswertes • 0 Kommentare

Microblading entfernen: Die häufigsten Fehler beim Microblading und wie du sie korrigieren kannst

Wer erinnert sich nicht an Daniela Katzenbergers etwas zu hoch tätowierte Augenbrauen, mit denen sie einst berühmt wurde. „Ich denke, meine Kosmetikerin war an dem Tag betrunken!“, scherzte sie, nachdem sie sich die schwarzen Balken schließlich weglasern ließ. Dank der neueren Microblading-Technik sollen dicke, unnatürliche Augenbrauen endlich der Vergangenheit angehören. Doch immer häufiger sind Kunden unzufrieden mit dem Ergebnis. Woran das liegt und wie du fehlerhaftes Microblading entfernen lassen kannst, haben wir unsere Permanent Make-up-Expertin Angela Iovu aus unserem Studio in Schwerin im Experten-Interview gefragt – im ersten Teil unserer Blogreihe zum kostenlosen E-Book von tattoolos.

Was genau ist eigentlich Microblading?

Die Microblading-Methode stammt ursprünglich aus Asien und ist dort schon seit längerem ein großer Trend. Während beim herkömmlichen Permanent-Make-up die Farbe mit einer Akkupunkturnadel in die Haut „pigmentiert“ wird, werden beim Microblading einzelne dünne Härchen mithilfe von aneinandergereihten Nadeln – den sogenannten Blades – in die Haut „geritzt“. Zuvor wird die gewünschte Augenbraunform genau aufgezeichnet. Mit der Methode sollen sich Lücken auffüllen oder ganze Augenbrauen deutlich natürlicher als mit klassischem Permanent-Make-up modellieren lassen.

Interview mit Permanent Make-up-Expertin Angela Iovu von tattoolos zum Thema „Microblading entfernen“

Pigmentistin Angela IovuAngela Iovu (36) ist Mitarbeiterin in unserem tattoolos-Studio in Schwerin und zudem seit 17 Jahren mit ihrem eigenen Studio Céleste Beauté Contour selbstständig im Bereich Permanent Make-up. Sie absolvierte zusätzlich u.a. zwei Weiterbildungen zur Microblading-Technik bei der renommierten Branco Babic Microblading Academy, steht dem Microblading im Allgemeinen heute allerdings kritisch gegenüber und führt mittlerweile selbst keine Microblading-Behandlungen mehr durch. Warum sie – entgegen dem aktuellen Trend – heute wieder das klassische Permanent Make-up bevorzugt, welche typischen Microblading-Fehler es gibt und worauf Kundinnen bei einem Anbieter achten sollten, hat sie uns im Interview verraten.

Hallo Frau Iovu, wie erklären Sie sich den Microblading-Trend?

Microblading wurde in letzter Zeit besonders durch die sozialen Medien immer populärer. Es ist eine neue Methode und daher sind natürlich viele neugierig geworden. Frisch nach der Behandlung sieht es auch meistens sehr schick und fein aus, ich persönlich habe jedoch selten ein Ergebnis gesehen, dass nach dem Abheilen noch wirklich gut aussah. Ich denke einfach, dass viele zu schnell auf diesen Trend aufgesprungen sind, ohne eine fundierte Kosmetikausbildung zu haben. Daher kommt es oft zu Fehlern und schlechten Ergebnissen. Für das Microblading benötigt man viel Feingefühl und Erfahrung – das lässt sich nicht in einer drei-tägigen Schulung lernen.

Was sind die größten Fehler, die beim Microblading passieren können?

Der größte Microblading-Fehler ist sicherlich, ähnlich wie beim Tätowieren, dass zu tief in die Haut gebladed wird. Je tiefer man die Farbpigmente mithilfe der Blades unter die Haut bringt, desto höher ist das Risiko, dass die Farbe verläuft. Außerdem können bei falscher Anwendung Narben entstehen. Problematisch ist, dass jeder Mensch zwei Gesichtshälften hat und somit in der Regel auch unterschiedliche Augenbrauen mit verschiedenen Haarwuchsrichtungen. Die allgemeine Microblading-Philosophie besagt, dass nur in Haarwuchsrichtung gearbeitet werden sollte, damit das Ergebnis möglichst natürlich aussieht. In Wirklichkeit sollte in diesem Fall jedoch versucht werden, die beiden Augenbrauen anzupassen, d.h. auch Härchen entgegen der Haarwuchsrichtung zu setzen. Hierfür ist jedoch viel Feingefühl und Erfahrung notwendig.

Angela Iovu bei der ArbeitEin weiterer häufiger Microblading-Fehler entsteht durch Unkenntnis der Farblehre. Wer Farbe unter die Haut einer Kundin bringt, muss genau wissen, welche Farbpigmente in welcher Farbe enthalten sind und wie diese unter der Haut reagieren. Wird die falsche Farbe für den jeweiligen Haar- bzw. Hauttyp verwendet, kann es zu einem Farbumschwung kommen. Das bedeutet, wenn z.B. bei einer Kundin mit roten Pigmenten in der Hautfarbe ein Braunton für das Microblading verwendet wird, verfärben sich auch die Augenbrauen nach einiger Zeit rot. Das hängt damit zusammen, dass im Braun auch rote Pigmente enthalten sind, die im Zusammenhang mit den eigenen roten Pigmenten zu einer Verfärbung führen.

Auch bei einer Kundin mit schwarz gefärbten Haaren, die gerne farblich passende Augenbrauen haben möchte, ist die Farblehre zu beachten. Hier wäre es falsch, die pure schwarze Farbe zu nehmen, ohne zu wissen, dass diese in der Haut nach einiger Zeit einen Blaustich bekommt. Wenn ein Microblading zu dunkel wirkt, liegt es meistens ebenfalls an der falschen Farbe. Diese Aspekte sollten vorher unbedingt beachtet werden, damit dem Verfärben rechtzeitig mit der jeweiligen Gegenfarbe entgegengewirkt werden kann.

Thema Microblading entfernen: Wie funktioniert es genau?

Die Microblading-Entfernung funktioniert im Grunde genommen wie eine Tattoo-Entfernung und es wird der gleiche Laser verwendet, mit dem die Farbpigmente zerstört werden. Aufgrund der geringen Behandlungsfläche dauert es in der Regel an sich nur wenige Minuten, das Microblading zu entfernen. Die Dauer hängt natürlich auch davon ab, wie tief gebladed wurde, welche Farben genutzt wurden und ob ein Farbumschwung stattgefunden hat.

Augenbrauen, bei denen die Form beispielsweise misslungen ist, lasere ich komplett, um im Anschluss daran neue Augenbrauen mit Permanent-Make-up zu pigmentieren. Bevor ich zu tattoolos gekommen bin, habe ich ausschließlich mit der jeweiligen Gegenfarbe gearbeitet, um die Verfärbung zu neutralisieren – z.B. bei einem Rotstich mit Grün/Olive oder bei einem Blaustich mit Orange. Durch tattoolos bin ich zur Lasertechnik gekommen und nutze jetzt immer zuerst den Laser. Wenn die Augenbraue einen Farbumschwung hat, benutzte ich den Laser mit der passenden Wellenlänge, um die unerwünschte Farbe herauszuziehen und pigmentiere die Augenbraue nach etwa drei Monaten neu.

Wie hoch sind die Kosten in etwa?

Microblading zu entfernen kostet ca. 100 Euro. Je nach Aufwand, d.h. verwendeter Farbe und Tiefe, können die Kosten jedoch leicht variieren.

Kann Microblading immer komplett entfernt werden?

Nicht immer. Genau wie beim Entfernen eines Tattoos, kann punktuell etwas Farbe zurückbleiben, vor allem natürlich, wenn das Microblading zu dunkel und zu tief gebladed wurde.

Würden Sie grundsätzlich von Microblading abraten?

Ich persönlich würde Microblading keinem meiner Kunden empfehlen und führe es daher selbst nicht mehr durch. Dies ist natürlich meine persönliche Meinung. Ich bin nach wie vor von Permanent-Make-up begeistert – die allermeisten Microblading-Ergebnisse konnten mich dagegen nicht überzeugen. Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass beim Microblading wirklich in die Haut geritzt („kleine Schnitte“) wird – daher blutet es in der Regel auch. Beim Permanent-Make-up ist dies kaum der Fall. Je häufiger in die Haut geritzt wird, desto mehr Narben entstehen natürlich auch. Schon nach kurzer Zeit sieht das Ergebnis beim Microblading einfach nicht mehr so gut aus wie frisch nach dem Bladen. Zwar verändert sich auch das Permanent Make-up – jedoch nicht im gleichen Ausmaß.

Frau lässt sich Augenbrauen per Microblading tätowieren

Microblading kann gut aussehen – sollte aber immer nur von einem absoluten Profi durchgeführt werden.

Haben Sie Tipps, worauf Kunden achten sollten, wenn sie das Microblading ausprobieren möchten?

Egal, ob Microblading oder Permanent-Make-up: Ich rate in jedem Fall dazu, diese Behandlung nur bei einem absoluten Profi durchführen zulassen. Hierzu sollten sich die Kunden vorher gründlich informieren. Leider gibt es noch keine verlässlichen Zertifikate, an denen sich die Kompetenz der Studios erkennen lässt, aber die Studio-Bewertungen bei Google oder auch Empfehlungen von Bekannten können helfen. Vor der Behandlung sollte man sich genau erklären lassen, mit welchem Ergebnis langfristig zu rechnen ist, und sich evtl. Vorher-Nachher-Bilder zeigen lassen. Und bitte nicht von frischem Microblading blenden lassen – direkt nach der Behandlung sehen die Härchen immer noch sehr fein aus, nach kurzer Zeit verändert sich das Ergebnis jedoch. Außerdem sollte man nach einem Jahr zur Kontrolle, um zu sehen wie ein PMU aussieht, um rechtzeitig entgegenzuwirken, falls schon ein Farbumschwung sichtbar ist, und in diesem Fall auffrischen zu lassen. Jede Haut ist anders.

Fazit: Gehe zum Profi, um typische Microblading-Fehler zu vermeiden!

Wer schön sein will… sollte also nicht zu sparsam sein, sondern besser ein erfahrenes Studio aufsuchen. Eigentlich selbstverständlich, aber oft erscheinen die günstigen Angebote bestimmter Anbieter doch verlockender. Microblading ist allerdings nichts, was jemand schnell in einem drei-tägigen Workshop lernen kann – es braucht viel Erfahrung und Feingefühl, um Microblading-Fehler zu vermeiden. Außerdem solltest du immer beachten, dass sich das Ergebnis mit der Zeit verändert und eventuell nachgebessert werden muss.

Falls du selbst mit deinem Microblading unzufrieden bist, helfen wir dir an unseren zahlreichen tattoolos-Standorten in ganz Deutschland gerne weiter. Vereinbare einfach einen unverbindlichen Termin und lasse dich ausführlich von unseren Profis zu einer Permanent-Make-up-Entfernung beraten.

Titelbild – ©istockphoto.com/Lyashik

Kommentar schreiben

nach oben
Termin vereinbaren