Das bleibende Bild vom Strafvollzug muss weg

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Hinter Gittern gelten eigene Regeln. Die eigene Identität und die Zugehörigkeit zur Gruppe werden hier auf ganz spezielle Weise ausgedrückt. Sich selbst gestochene Knast-Tattoos haben unter Gefangenen den Status eines Markenzeichens oder einer Auszeichnung. Beim ersten Freigang oder nach der ersehnten Entlassung, gelten dann jedoch die Sozialen Normen unserer Gesellschaft. Diesen muss sich dann jeder stellen, der sich ernsthaft und dauerhaft in Freiheit bewähren will. Eine Anstellung ist „Draußen“ der erste und wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Resozialisierung. Doch wie soll dies gelingen, wenn einem Ex-Häftling die Vergangenheit buchstäblich im Gesicht geschrieben steht.

Tattoos innerhalb der Gefängnismauern sind interne Codes, die sich fest etabliert haben. Eine „klassischen“ Gefängnistätowierung sind drei Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger. Sie stehen, ähnlich wie bei den berühmten drei Affen, für die wichtigsten Prinzipien unter Gefangenen: Nichts hören. Nichts sehen. Nichts sagen.

Diese Zeichen symbolisieren die Verbundenheit der Inhaftierten untereinander und sollen zeigen, dass sich Mithäftlinge gegenseitig niemals „verzinken“. Gemeint ist damit, dass keiner den anderen je verraten würde, vor allem nicht gegenüber der Polizei oder den Anstaltsmitarbeitern. Komme was wolle.

Als weitere Markenzeichen verwenden die Sträflinge die Kombination aus Kreuz, Herz und Anker, was für „Glaube, Liebe und Hoffnung“ steht. Als eindeutige Zeichen für eine eventuelle kriminelle Vergangenheit gelten weiterhin: Spinnennetze, Paragraphenzeichen und Gefängnisverweise wie etwa Handschellen oder vergitterte Fenster.

Grundsätzlich ist das Tätowieren im Gefängnis verboten, dennoch stechen sich die Gefangen gegenseitig mit meist primitiven Methoden unter hygienisch unzureichenden Bedingungen ihre Symbole. Dementsprechend laienhaft sehen die bleibenden Knast-Erinnerungen aus und sind bereits auf Grund der miesen Qualität als Knast-Tattoos zu erkennen. Auf den Armen, der Brust oder auf dem Rücken, lassen sich die unsauberen Markierungen leicht verstecken. Unübersehbar ist und bleibt hingegen die sogenannte „Knastträne“, die direkt unter dem Auge tätowiert wird. Hier steht dem Betroffenen seine Vergangenheit buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Die Anzahl der tränenförmigen Motive steht dabei für die Haftjahre. Als grobe Faustregel gilt: Ein Träne entspricht etwa zehn Jahren Knast. Jeder kann sich dann ganz einfach ausrechnen, welche Straftaten hier in Frage kommen.

Längst sind einschlägige Tattoos kein Geheimzeichen mehr, die nur innerhalb der Gefängnismauern richtig verstanden und interpretiert werden. Auch „Draußen“ sind diese bleibenden Bilder aus dem Strafvollzug bekannt und entlarven seinen Träger schnell als Ex-Knacki. Vor allem die Mitarbeiter in den Personalabteilungen haben diese eigene Bildsprache längst dechiffriert.

Wer den Weg in die Gesellschaft wieder schaffen will, muss sauber sein.

Der Strafvollzug soll den Menschen in erster Linie für sein Vergehen bestrafen. Ziel muss es aber auch sein, dass der Gefangene während dieser Zeit seine Tat bereut, Einstellungen korrigiert und den Weg zurück in unsere Gesellschaft findet. Ein Strafvollzug ist erst dann abgeschlossen, wenn auch eine erfolgreiche und langfristig aussichtsreiche Resozialisierung erreicht wurde.

Die Wiedereingliederung ins Berufsleben ist hiefür die nötige Vorrausetzung und gleichzeitig auch die schwerste Hürde. Der Neuanfang kann nur gelingen, wenn die Zeichen der Vergangenheit, in Form von verräterischen Knasttätowierungen, verschwunden sind. Tattoolos, sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sicher besser. Nur so wird er oder sie den Erwartungen der Personalentscheider und unserer Gesellschaft gerecht. Drastisch gefragt: Wer zieht einen Bewerber auch nur in die engere Wahl, der durch seine Tattoos auf den ersten Blick als Ex-Krimineller zu erkennen ist?

Eine Chance hat, wer tattoolos ist.

Eine Tätowierung ist ein Makel, das jedes gute Vorhaben gefährden kann. Das gilt auf jeden Fall für ein Knast Tattoo. Dank der Fortschritte in der  Medizin, gibt es heute Möglichkeiten, das Tattoo entfernen zu lassen. Ein chirurgischer Eingriff ist die dabei die schmerzhafteste Variante. Der Einsatz eines Nd:YAG Lasersystems hingegen verspricht hervorragende schmerzarme und narbenfreie Behandlungserfolge. Ein Haken hat das Ganze: Eine Lasertherapie ist mit Kosten verbunden, die ein Freigänger oder Entlassener in der Regel schwer aufbringen kann. Der Staat hat daher im Paragraphen § 63 StVollzG die Kostenübernahme im Falle einer medizinischen Notwenigkeit geregelt. Hierzu gehört in bestimmten Fällen auch die Entfernung sichtbarer Tattoos. Leider ist der medizinische Dienst in der JVA, der während der Haft zuständig wäre, auf eine Lasertherapie oft nur unzureichend vorbereitet. Es ist daher sinnvoll die Hilfe eines ausgesuchten Laserstudios in Anspruch zu nehmen, wo qualifizierte und erfahrene Lasertherapeuten schmerzarm und narbenfrei fast jedes Tattoo entfernen. Einer der führenden Studios für Tattooentfernung sind die tattoolos Studios in Berlin, die als einziges Laserstudio die Anforderungen des „Deutschen Hygienezertifikats“ erfüllen. Die Vorrausetzungen sind also günstig. Jeder, der auf die schiefe Bahn geraten ist, kann so das bleibende Bild vom Strafvollzug endgültig auslöschen.

Autor: Robert Schütz

 

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