Cover-up-Tattoos – Welche Motive sind möglich und wann ist eine Cover-up-Vorbereitung notwendig?

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21.Sep 2017 • Wissenswertes • 0 Kommentare

Cover-up-Tattoos – Welche Motive sind möglich und wann ist eine Cover-up-Vorbereitung notwendig?

Das Tattoo ist einfach nicht mehr schön. Es ist verlaufen, viel zu klein gestochen, oder gehört in die Kategorie Jugendsünde, die im Nachhinein vielleicht doch etwas unüberlegt zustande gekommen ist. Statt dem Weglasern gibt es noch eine Möglichkeit: Cover-up-Tattoos können ältere, ungeliebte Tattoos wieder verschwinden lassen.

Tätpwierer Peter Ziguri vor seinem StudioIm letzten Teil der Reihe zu unserem kostenlosen eBook möchten wir euch noch einmal zeigen, wie Cover-ups eigentlich funktionieren. Dazu haben wir bei jemandem nachgefragt, der es wissen muss: Der Berliner Tätowierer Peter Ziguri hat regelmäßig Kunden, die mit einem Cover-up-Wunsch zu ihm kommen. Er tätowiert seit 25 Jahren und betreibt sein eigenes Tattoo-Studio in Berlin. Cover-ups sind dabei oft eine Herausforderung, die er aber mit Leidenschaft angeht: „Wenn man es schafft, die Leute happy zu machen, schafft man ja auch Lebensqualität.“ Im Interview hat er uns von seiner Arbeit erzählt.

Herr Ziguri, wie gehen Sie grundsätzlich vor, wenn ein Kunde mit einem Cover-up-Wunsch zu Ihnen kommt? Wie finden Sie z.B. das passende Motiv?

Um ein Cover-up zu tätowieren, muss ich das alte Tattoo auf jeden Fall vorher live sehen. Es reicht also nicht, wenn Kunden mir ihr Tattoo am Telefon beschreiben und dann einen Motiv-Vorschlag von mir haben möchten. Ich gucke mir das Tattoo ganz genau an: wie groß ist es? Wie dunkel? Wie tief ist es gestochen?

Dann frage ich den Kunden nach seinen Vorstellungen, nach dem Motto: „Sag mir erst einmal, was du gut findest, und dann sag ich dir, was geht“. Es gibt ja ganz unterschiedliche Wünsche für ein Cover-up-Tattoo. Möchte der Kunde, dass das alte Tattoo komplett verschwindet? Darf es insgesamt nicht größer werden oder möchte er gerade, dass es erweitert und damit größer wird? Wichtig ist auch, dass ich immer die ganze Tätowierung überarbeite, also nicht nur einzelne Farben ausbessere oder ähnliches. Ich sehe das Cover-up-Tattoo als komplett neues Projekt.

Was ist beim Cover-up alles möglich und wann können Sie kein Cover-up tätowieren?

Grundsätzlich kann man als Tätowierer mit einem guten zeichnerischen Vermögen schon sehr viele Tattoos „retten“, aber es gibt natürlich auch Grenzen beim Cover-up-Tattoo. In etwa 2 von 10 Fällen sage ich auch, dass ich das Tattoo nicht anfasse, weil ich nicht sehe, dass eine Verbesserung möglich ist, z.B. bei sehr dunklen Tattoos wie Tribals. Da muss man dann ehrlich sein und sagen, dass es das Geld und die Schmerzen für den Kunden nicht wert wären.

Aufgrund der geschwungenen Linien und Schatten eignen sich Rosen meist sehr gut als Cover-up-Motiv. Schließlich geht es darum, das vorhandene Tattoo geschickt in das neue Motiv einzubauen, d.h. ich versuche, vorhandene Linien ins Cover-up einzubauen und die Linien des alten Tattoos beispielsweise in dunklen Schatten zu verbergen. Sehr dunkle Tattoos sind als Basis für ein Cover-up hingegen immer problematisch – vor allem lassen sie sich nicht mit hellen Farben übertätowieren. Auch ist es schwierig, graphische Motive für ein Cover-up zu nehmen, da die Linien des alten Tattoos meistens im Weg sind.

Ist die Nachfrage nach Cover-up-Tattoos in den letzten Jahren größer geworden?

Das kann ich so nicht direkt beobachten, aber aktuell sind von 20 Tätowierungen, die ich durchführe, bestimmt drei bis vier, also circa 15-20 Prozent, Cover-ups.

Was sind denn häufige Gründe, warum Kunden sich ein Cover-up wünschen?

Meiner Erfahrung nach sind es bestimmt zu 50 Prozent Jugendsünden, die einfach vom Stil oder Motiv nicht mehr gefallen. Außerdem kommen Kunden häufig mit kleinen Tattoos zu mir, die ganz dunkel und verlaufen sind. Natürlich sehen kleine Tattoos anfangs hübsch aus. Was viele aber nicht bedenken ist, dass zu kleine Tätowierungen mit der Zeit verschwimmen und an Konturschärfe verlieren. Und dann gibt es noch die Gruppe von Kunden, die ihr Tattoo eigentlich gut finden, es aber gerne noch einmal aufgearbeitet oder ergänzt haben möchten.

Wovon hängen die Kosten für ein Cover-up-Tattoo ab?

Die Kosten hängen – ähnlich wie bei einem „normalen“ Tattoo – vor allem von der Größe, dem Motiv und den Details ab. Außerdem kommt es darauf an, ob mit oder ohne Farbe gearbeitet werden soll, beziehungsweise, ob das ursprüngliche Tattoo bereits Farben enthält. Schwarze und graue Tattoos sind leichter zu covern. Und wenn ich beim Cover-up bunte Farben verwenden kann, erreiche ich eine größere Wirkung als wenn ich ausschließlich mit schwarz-grauer Farbe arbeiten kann.

In welchen Fällen ist eine Cover-up-Vorbereitung mit dem Laser vor dem eigentlichen Cover-up notwendig?

In den Fällen, bei denen ich so keine Verbesserung bewirken kann. Das ist der Fall, wenn die Tattoos zu groß, zu dunkel oder von der Form her nicht übertätowierbar sind. Dann kann mithilfe der Cover-up-Vorbereitung das Tattoo wie bei einer Tattooentfernung mit dem Laser aufgehellt werden, sodass ich anschließend die alten Linien besser übertätowieren kann. Diese Behandlung führe ich allerdings nicht selbst durch, da ich dafür selbst nicht über die nötige Lasertechnik verfüge und die Experten von tattoolos darin deutlich mehr Erfahrung haben.

Wann können Sie nach einer Cover-up-Vorbereitung mit dem Übertätowieren beginnen?

Nach so einer Behandlung sollte mindestens ein halbes Jahr vergehen, damit sich die Haut regenerieren kann.

Haben Sie zum Abschluss noch einen Tipp, mit dem sich eine Cover-up-Tattoo-Behandlung im Voraus vermeiden lässt?

Mein Tipp lautet: „Hört auf den Tätowierer!“ Seriöse Tätowierer werden von zu kleinen Tattoos abraten und damit lässt sich schon mal ein Grund für ein späteres Cover-up vermeiden.

Vielen Dank für das Interview, Herr Ziguri. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Arbeit!

 

Fazit: Cover-up-Tattoos sind eine gute Alternative zur kompletten Tattooentfernung, wenn…

… du dein Tattoo nicht komplett entfernen lassen möchtest und du in Kauf nimmst, dass das neue Tattoo eventuell größer als das alte wird. In einigen Fällen ist eine vorherige Cover-up-Vorbereitung mit dem Laser sinnvoll oder notwendig, die du selbstverständlich bei unseren Laserexperten durchführen lassen kannst. Vereinbare einfach und unverbindlich einen Beratungstermin an einem unserer tattoolos-Standorte und wir geben dir hilfreiche Tipps für dein Cover-up.

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Titelbild – ©istockphoto.com/jgaunion
Bild im Text – ©Peter Ziguri

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